{"id":1106,"date":"2011-12-21T21:46:13","date_gmt":"2011-12-21T19:46:13","guid":{"rendered":"http:\/\/ufwiederguegs.ch\/?page_id=1106"},"modified":"2011-12-21T22:51:18","modified_gmt":"2011-12-21T20:51:18","slug":"reisetips","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ufwiederguegs.ch\/?page_id=1106","title":{"rendered":"Reisetips und Fakten"},"content":{"rendered":"<p>Reisetipps von Thomas<br \/>\nStand 21.12.2011<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Fahrzeug<\/strong><\/p>\n<p>Generell l\u00e4sst sich sagen: Je mehr Komfort man auf der Reise haben m\u00f6chte, je gr\u00f6sser und schwerer wird das Expeditionsmobil. Wir haben uns f\u00fcr einen auf 3,5t abgelasteten Dodge W200 entschieden. Auch wenn wir keinen LKW F\u00fchrerschein besitzen, so sind wir ohne Bedenken mit den gut 4,3t im Ausland unterwegs. Sp\u00e4testens ab der T\u00fcrkei interessiert das Gewicht niemanden mehr. Viel wichtiger ist ein zuverl\u00e4ssiges und gut gewartetes Fahrzeug.<\/p>\n<p><strong>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Benzin oder Diesel<\/strong><\/p>\n<p>Die Versorgung mit Benzin wie auch Diesel ist mittlerweile Weltweit in den allermeisten L\u00e4ndern gesichert. Nur bei wirklich ganz exotischen Reisrouten braucht man sich dar\u00fcber den Kopf zerbrechen. W\u00e4re unser Fahrzeug auch als Dieselmodell verf\u00fcgbar gewesen, dann h\u00e4tten wir uns vermutlich f\u00fcr diesen entschieden. Die Vorteile liegen im g\u00fcnstigeren Verbrauch, daher kleinere Tanks, das heisst weniger Gewicht und oder gr\u00f6ssere Reichweite. Der Nachteil besteht unter anderem bei der Qualit\u00e4t des Kraftstoffs, welcher speziell bei neueren Fahrzeugen in verschiedenen L\u00e4ndern nicht oder nur selten gegeben sind. Bei modernen Dieselmotoren ist bei Pannen auch schnell mal die Selbsthilfe nicht mehr m\u00f6glich (ausser nat\u00fcrlich f\u00fcr gelernte dieses Faches).<\/p>\n<p><strong>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Verbrauch<\/strong><\/p>\n<p>Viele k\u00f6nnen es nicht verstehen wie man mit einem Benzinverbrauch von gut 22L auf 100km zufrieden sein kann. Wir sind es! Vergleicht man den kg\/L Verbrauch mit einem normalen Golf der Mittelklasse dann sieht das wie folgt aus:<br \/>\nGolf \/ 1500kg\/ 8L auf 100km\/ 1500:8= 187,5kg\/L<\/p>\n<p>Dodge\/ 4300kg\/ 22L auf 100km\/ 4300:22= 195.45kg\/L<\/p>\n<p>Der Dodge ben\u00f6tigt in diesem Fall 1L Benzin f\u00fcr 195.45kg Last und gewinnt den Vergleich.<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #ff0000;\">Nun ist der Golf nat\u00fcrlich nicht unsere Konkurrenz \ud83d\ude09<\/span><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr viele muss es ein Diesel sein: Viel Drehmoment bei wenig Hubraum, g\u00fcnstiger Verbrauch etc. Das ist alles richtig:<\/p>\n<p><strong>Aber:<\/strong><\/p>\n<p><strong>1.<\/strong> Nun gibt es (neben der Schweiz) noch weitere L\u00e4nder dieser Erde in denen der Diesel teurer ist als das Benzin.<\/p>\n<p><strong>2.<\/strong> Gehen wir davon aus, dass wir in den 1,5 Jahren durch die Welt 50\u2019000km zur\u00fccklegen. Gut 11\u2019000L Benzin verbrauchen (Wahnsinn wenn man das so liest).<\/p>\n<p>Ein Dieselmonster mit einem Verbrauch von sagen wir mal 18L braucht in der Zeit 9\u2019000L Diesel. Bei einem Durchschnittlichen Kraftstoffpreis von 1$ pro L (jetzt auf unsere Reiseroute), liegen die Einsparungen des Diesel bei 2000$. Diesen gegen\u00fcber steht der Gesamtbetrag einer 18 monatigen Reise von gut 75&#8217;000$ (reine Reisekosten, ohne Fahrzeugkauf etc.). Meiner Meinung nach gibt es gr\u00f6ssere Einsparungsquellen.<\/p>\n<p><strong>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Allrad<\/strong><\/p>\n<p>In unserem Fall handelt es sich um einen zuschaltbaren Allrad Antrieb mit Untersetzung. Der Vorteil liegt im g\u00fcnstigeren Verbrauch im Vergleich zu einem permanenten Allrad Fahrzeug. Dieses wiederum in der Regel \u00fcber diverse Sperren (zumindest hinten\/vorne) verf\u00fcgt und im Falle eines Falles besser aus der Patsche kommt. Wie viel Gewicht der Reisende diesem Thema schenkt h\u00e4ngt von der individuellen Reiseroute ab. Durch die W\u00fcste Afrikas oder w\u00e4hrend der Regenzeit durch Mittelamerika oder S\u00fcdostasien w\u00e4re ein echter Allradler erste Wahl. Ansonsten ist ein zuschaltbarer absolut ausreichend, Sandbleche und eine stabile Schaufel sind meiner Meinung nach unerl\u00e4sslich. Fertig.<\/p>\n<p><strong>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ersatzreifen<\/strong><\/p>\n<p>Wir hatten dem Gewicht zuliebe auf ein vollwertiges Ersatzrad verzichtet. Der bis dahin nutzlose und ungebrauchte Ersatzreifen musste in Thailand von Board.<\/p>\n<p>Wir hatten auf 50&#8217;000 Reisekilometern 4 Platten an der Hinterachse. Allesamt konnten problemlos in der n\u00e4chsten Stadt oder D\u00f6rfchen repariert werden. Diverses Material an Reifenflickzeugs haben wir von Beginn an dabei aber niemals ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p><strong>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Sprengringfelgen<\/strong><\/p>\n<p>Da unser Feuerwehrfahrzeug von Haus aus mit Sprengringfelgen und Schl\u00e4uchen ausger\u00fcstet war, hielten wir das f\u00fcr unsere Weltreise f\u00fcr eine gute Sache. Nach 4 Platten welche alle auf das \u00dcberhitzen der Schl\u00e4uche an der Hinterachse zur\u00fcckzuf\u00fchren sind, w\u00fcrde ich das n\u00e4chste Mal darauf verzichten. Der Vorteil selbst ein Reifen ab der Felge ziehen zu k\u00f6nnen um einen Platten zu flicken klingt gut. Doch erstens findet sich meistens schneller ein Reifenh\u00e4ndler der das g\u00fcnstig und Fachm\u00e4nnisch erledigt und zweitens sollte es tats\u00e4chlich mal von N\u00f6ten sein das selbst zu erledigen zweifle ich daran irgendwo am Strassenrand bei 40 Grad Hitze \u00fcberhaupt den Reifen ab der Felge zu kriegen (innerhalb vern\u00fcnftiger Zeit).<\/p>\n<p><strong>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Klimaanlage A\/C<\/strong><\/p>\n<p>Weder in der Dodge Fahrerkabine noch im Aufbau des Wohnmobils wurde eine Klimaanlage eingebaut. Nat\u00fcrlich w\u00e4ren wir in Thailand den USA und auch Mexico, bei \u00fcber 40 Grad im Schatten, nicht ungl\u00fccklich wenn es anders gewesen w\u00e4re. Doch unsere Reise zeigt auch, dass es auch ohne geht.<\/p>\n<p>Der Dodge verf\u00fcgt \u00fcber eine Pickup Typische sehr steil stehende und niedere Frontscheibe. Dadurch verringert sich die Sonneneinstrahlung und das daraus resultierende Aufheizen der Fahrerkabine erheblich. Auch der Alkoven (\u00fcberstehende Wohnbox \u00fcber die Fahrerkabine) sch\u00fctzt die Fahrerkabine vor direkter Sonneneinstrahlung und erm\u00f6glicht, z.B. beim Parkieren, sich in den eigenen Schatten zu stellen.<\/p>\n<p>Das Wohnen und speziell das Schlafen im Aufbau ist nur dank des Aufstelldaches m\u00f6glich. W\u00e4re die Box, wie bei den meisten Wohnmobilen, geschlossen und ohne Aufstelldach, w\u00e4re an das Schlafen in der \u00dcberhitzten Box nicht zu denken. Durch die riesigen zu \u00f6ffnenden Seitenfenster im Zeltstoff ist die Zufuhr von Frischluft garantiert und es geht immer eine K\u00fchle Brise. Das Aluminium Aufstelldach wird durch zwei Solarpanels auf der Aussenseite sowie einer 40mm Isolationsschicht auf der Innenseite isoliert und strahlt somit keinerlei W\u00e4rme ab.<\/p>\n<p><strong>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Versicherung<\/strong><\/p>\n<p>Nach dem retournieren der Originalen Nummerschilder an das STVA wird die schweizerische Fahrzeugversicherung storniert. Wie man nun mit dem Unfallrisiko umgeht ist jedem selbst \u00fcberlassen. In vielen L\u00e4ndern wird der Schaden noch am Unfallort geregelt. Oftmals zieht man als Ausl\u00e4nder den K\u00fcrzeren und bezahlt den Schaden und sofern n\u00f6tig ein Schmerzensgeld. Eine an der Grenze des Einreiselandes abgeschlossene Versicherung bietet selten einen Umfassenden Schutz. Das heisst es werden nur Sch\u00e4den versichert bei welchen ein dritter involviert ist bezahlt. Selbstunf\u00e4lle in den Laternenpfosten oder wie auch immer sind ausgeklammert. Oftmals decken die Versicherungen auch nur eine Schadenssumme ab die man problemlos selbst bezahlen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Viel wichtiger als eine Versicherung ist das angepasste und defensive Fahren. Nie oder nur in Ausnahmef\u00e4llen bei Dunkelheit. Der Beifahrer hat seine Augen offen zu haben und sollte w\u00e4hrend der Fahrt nicht einfach seinen Sch\u00f6nheitsschlaf verl\u00e4ngern.<\/p>\n<p>Wir hatten bis jetzt (Hand aufs Holz) einen Zwischenfall mit einem Motorrad. Gl\u00fccklicherweise gab es keine Schwerverletzten und die Iraner w\u00e4ren die letzten welche einfach dem Ausl\u00e4nder die Schuld in die Schuhe schieben. Das ganze wurde mit dem Vater der beiden verletzten auf der Polizeistelle geregelt. Mit 100$ Schmerzensgeld, Kosten f\u00fcr das Spital sowie das defekte Motorrad waren alle zufrieden. Das wir keine g\u00fcltige Versicherung hatten interessierte niemanden und h\u00e4tte die Sachlage nur verkompliziert und in die L\u00e4nge gezogen.<\/p>\n<p><strong>Verschiffung<\/strong><\/p>\n<p>Die Verschiffung des Fahrzeugs ist immer wieder spannend und die Wiedersehensfreude ist gross wenn nach Tagen oder Wochen das geliebte zuhause unter dem Hintern hat.<\/p>\n<p>Unser Dodge hat die Abmessungen von 620x220x300 (LxBxH). Eine Verschiffung in einem Standart 40\u201c Container ist somit nicht m\u00f6glich. Wir entschieden uns bei der Verladung von Dubai nach Bangkok und auch von Bangkok nach New-York f\u00fcr einen 40\u201c HighCube Container. Damit unser Fahrzeug da rein passte musste es in zwei Teilen ein und wieder ausgeladen werden. Erst die Box, dann das Fahrzeug. Zu diesem Zeitpunkt waren keine RoRo Verschiffungen m\u00f6glich, ein\u00a0 Flatrack oder Open-Top Container zu teuer oder nicht innerhalb brauchbarer Zeit verf\u00fcgbar.<\/p>\n<p>Eine Verschiffung ist in den meisten F\u00e4llen nur \u00fcber einen Agentur und deren Agenten m\u00f6glich. Oftmals stellt sich im Nachhinein eine Offerte als unvollst\u00e4ndig heraus. Dies ist in aller Regel keine Absicht des Agenten, sondern beruht vielmehr im fehlenden Know-how des Reisenden. Mit unz\u00e4hligen an Fachausdr\u00fccke werden irgendwelche Geb\u00fchren und Kosten erhoben, bei welchen ein Normalsterblicher schnell den \u00dcberblick verliert. Verschiffen bedeutet in erster Linie einen Agenten zu finden welchem man Vertraut!<\/p>\n<p>Die Kosten in unserem Fall waren in etwa wie folgt:<\/p>\n<p>Dubai-Bangkok (Agent Dubai 2000$\/ Agent Bangkok 1200$)<br \/>\nBangkok-NewYork (Agent Bangkok 4500$\/ Agent NewYork 1500$)<\/p>\n<p>In den Kosten eingeschlossen sind auch die Geb\u00fchren f\u00fcr das mieten eines 10T Kran.\u00a0 Diesen ben\u00f6tigten wir f\u00fcr das auseinander und wieder zusammenbauen des Wohnmobiles. Auch wenn wir den Kran nur f\u00fcr maximal 1,5 Stunden brauchten, wurde in allen H\u00e4fen der komplette Tagesansatz verrechnet (z.b. 200$ in Bangkok). Wieder ein Punkt bei welchem man dem Agenten einfach Vertrauen soll das dies auch so ist.<\/p>\n<p><strong>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Gesamtkosten<\/strong><\/p>\n<p>Viele Leute haben uns schon gefragt: \u201eBringt ihr euer Fahrzeug zum Schluss wieder in die Schweiz, oder lasst ihr es einfach stehen?\u201c Nat\u00fcrlich nehmen wir es diesen Unwissenden nicht \u00fcbel. Nur ein Kenner weiss den Wert eines Expeditionsmobiles zu sch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Fahrzeug Gebraucht (mit KM Stand 12\u2018000) \/ <strong>8\u2018000 CHF<\/strong><br \/>\nWohnaufbau neu (Materialwert 75\u2018000CHF) <strong>8\u2018000 CHF<\/strong><br \/>\nKompletter Aus und Umbau zum Expeditionsmobil \/ <strong>29\u2018000 CHF<\/strong><br \/>\nCa. 1000 selbstgeleistete Arbeitsstunden zu 50CHF \/ <strong>50\u2018000 CHF<\/strong><\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Reisetipps von Thomas Stand 21.12.2011 &nbsp; Fahrzeug Generell l\u00e4sst sich sagen: Je mehr Komfort man auf der Reise haben m\u00f6chte, je gr\u00f6sser und schwerer wird das Expeditionsmobil. Wir haben uns f\u00fcr einen auf 3,5t abgelasteten Dodge W200 entschieden. 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